Nach wieder einmal drei Tagen und Nächten erreichen wir Hispaniola, oder vielleicht besser gesagt, die Dominikanische Republik. Denn der Name der Insel, auf der sich heute Haiti und die Dom.-Rep. befinden, ist wohl den wenigsten richtig präsent.

Hier ist vor mehr als fünfhundert Jahren Columbus vor Anker gegangen. Und auch wir werfen erstmal den Anker. Bevor wir in Boca Chica einlaufen, wo der Großteil unserer Fracht auf uns wartet, verbringen wir zwei Tage auf der Isla Saona.

Noch einmal genießen wir zwei Tage lang Sonne, Strand und Wasser, bevor wir pünktlich zu unserem Termin in Boca Chica anlegen. Gleich am ersten Abend gibt’s ’ne Warnung vom Kapitän. Hier in der Dominikanischen Republik läuft einiges anders als auf den Inseln, auf denen wir zuvor waren. Nachts sollte man hier am besten gar nicht mehr raus gehen und wenn, dann keinesfalls alleine. Am Tor zum Hafen müssen wir die ein oder andere Weinflasche als Mitbringsel da lassen, um nicht dauernd elend lange Kontrollen erdulden zu müssen und so weiter und so fort.

Boca Chica selbst ist ein einziger Puff. Viel mehr als eine Straße parallel zum Strand mit Bars gibt es hier nicht. Allenthalben sieht man alte Europäer oder Amerikaner, die sich mit blutjungen Dominikanerinnen umgeben. So macht die Dom.-Rep. keinen Spaß.

Ich verziehe mich erstmal nach Santo Domingo, wo ich mir einen Tag lang die Zona Colonial, das historische Stadtzentrum ansehe. Hier, so sagt man, kann man sich relativ gefahrlos bewegen. Und tatsächlich ist die Altstadt hübsch. Hier gibt es nette Cafés und Bars und ein Stadtbild, das als wahrscheinlich einziges in der Karibik wirklich historisches Flair versprüht. Unter anderem besichtige ich hier die älteste Kirche Amerikas.

Zurück am Schiff beginnen die Vorbereitungen für die Ladung. Kakaobohnen, Melasse und Rum erwarten wir, und der Kahn wird aller Voraussicht nach bis an den Rand vollgepackt. Nebenbei gewöhne ich mich auch ein wenig an das Gefühl, mich hier nicht frei bewegen zu können. Geht schon, wenn man sich damit arrangiert und nicht zuviel darüber nachdenkt.

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