1000 Meilen Wind – Das Buch
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Am 17. Oktober war es endlich so weit. Ich stattete dem kleinen Kurstädtchen Schömberg im Nordschwarzwald einen Besuch ab, um mir die Ausstellung des 13. Schömberger Fotoherbst anzusehen.

Natürlich wollte ich unbedingt sehen, wie und wo meine eigenen Fotos in der Ausstellung hängen. Ich war aber auch gespannt, was die anderen Teilnehmer eingereicht hatten.

Wir starteten unseren Rundgang im Kurpark, wo kaum zu verfehlen der erste Teil der Ausstellung präsentiert wurde. Außer Konkurrenz gab es hier auf riesigen Fotowürfeln Bilder aus Michael Martins Planet Wüste zu sehen. Ein schöner und hochkarätiger Einstieg in einem Tag voller, meist beeindruckender, Bilder.

Im eigentlichen Wettbewerb gab es 50 Bildserien zu sehen. Die Hälfte davon, die Serien der Profis, wurden im Rathaus, im Haus Bühler und im Kurhaus ausgestellt. Unsere erste Station war das Rathaus, wo die Bildstrecken imposant im offenen Treppenhaus hingen. Schon hier wurde auf den ersten Blick deutlich, welch große Bandbreite die Beiträge im Wettbewerb abdeckten. Neben klassischen Reise- und Naturbildern gab es abstraktere Themen zu sehen, wie eine Serie mit von Touristen hinterlassenen Inschriften unter dem Motto: „Ich war hier“. Besonders beeindruckt haben mich Serien, die Themen aufs Tablet brachten, die zwar direkt vor unserer Haustür liegen, aber oft im Verborgenen bleiben. So zum Beispiel die Serie „Eastend“ über einen Druckraum in Frankfurt am Main.
Das Niveau bei den Profis war wirklich sehr hoch. Jede einzelne Serie hätte hier ohne Probleme den Aufmacher eines Hochglanzmagazins illustrieren können.

Etwas schade nur, dass die Präsentation der Serien sehr unterschiedlich gelungen war. Im Haus Bühler hingen die Serien, die mit acht bis zehn Bildern nicht gerade klein waren, in sehr engen Räumen. Dadurch waren die Serien teilweise durch Türen und Fenster unterbrochen, was natürlich die Wirkung einer zusammenhängenden Serie stark schmälert.
Ich selbst hatte vergleichsweise Glück. Meine Serie hing zwar auch im Haus Bühler, aber an einer der wenigen Wände dort, die groß genug war, die ganze Serie zu fassen.

Besser hatten es wiederum die Serien im Kurhaus, wo auch einige der meiner Meinung nach besten Serien des Wettbewerbs ausgestellt wurden.

Neben den Serien der Profis, wurden in Schömberg auch 25 Serien von Amateurfotografen ausgestellt. Nicht im Museum, sondern in den Schaufenstern der städtischen Geschäfte, musste man sich diese Straßengalerie erlaufen. Auch hier gab es eine ganze Reihe exzellenter Bildserien zu sehen. Bei der Fülle der Themen war nicht alles gleich ansprechend, aber die besten zehn Amateure hätten ohne weiteres auch bei den Profis hängen können, ohne dass es aufgefallen wäre.

Wer am Ende der Ausstellung die begehrten Preise erhält (es gibt sowohl bei den Profis, als auch bei den Amateuren einen Preis der Jury und einen Publikumspreis), wird am kommenden Wochenende auf der Finissage bekanntgegeben.

Ich bin froh, es nach 2005 wieder in die Ausstellung geschafft zu haben, und habe mir vorgenommen beim nächsten Schömberger Fotoherbst auf jeden Fall wieder anzutreten. Die Ausstellung hat deutlich gezeigt, dass viele gute Reportagethemen direkt vor der Haustür liegen. Man muss gar nicht über den Atlantik segeln, um sich in diesem Wettbewerb zu behaupten.

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